Die Neustädter Schenke-Breite Strasse 80


Das Haus in der Breiten Strasse 80 wird erstmals 1446 als "dat Rathus in der nigen Stadt" erwähnt. Beim Stadtbrand von 1528 wurde es stark beschädigt und vom Sohn des Rathausbaumeisters Simon Hilleborch wieder aufgebaut. Ehemals hatte das Haus drei Geschosse. 1529 wird es als "Neustädter Schenke" erwähnt, die es auch bis 1989 blieb. Meistens verkehrte hier die ländliche Bevölkerung, die den Neustädter Markt oder den Kohlmarkt besucht hatte. Der Ruf dieser Gaststätte war nicht der beste und es wird mehrfach von wüsten Schlägereien auch mit tödlichem Ausgang berichtet.

Auf einem ziemlich hohen Sockel (etwa ein Meter) beginnt das Fachwerk, sodass das Schwellholz direkt unter den Fenstern liegt. Neben einer asymmetrisch angelegten breiten Tür befinden sich im Erdgeschoss acht Fenster in der Teilung drei, drei und zwei. Links von dem Gebäude ist eine Brandmauer von etwa einem halben Meter Stärke zu sehen.

Die Köpfe der 19 Deckenbalken sind durch das markant vorkragende Obergeschoss gut zu erkennen. Über der Tür und links im Bauwerk sind die wenigen stabilisierenden Streben der Vorderfront eingebaut. In der rechten Seite des Obergeschosses befinden sich zwischen den Fenstern geschweifte Andreaskreuze, so genannte Feuerböcke, die nach überliefertem heidnischen Glauben vor Feuer schützen sollten.




Ehemalige Bewohner und Nutzungen des Hauses
1928 Geschwister (Heinrich Ahrens)

1884 Gastwirt Heinrich Ahrend von Huy Neinstedt und dessen Ehefrau Fiederike geb. Brandt

1869 Fleischermeister Heinrich Eilers jun.

1851 Fleischermeister Heinrich Eilers sen.

1835 Müllermeister Daniel Macke Jansenmühle

1834 Gastwirt Peter Kögelmann aus Magdeburg und dessen Ehefrau Veronika geb. Schneider

1824 Gastwirt Friedrich Ludwig Bohse aus Werfferlingen und
        dessen I. Ehefrau Anne Marie geb. Bosse *8.7.1818 †1819

        Kind:
        Friederike Marie Christine * 4.2.1819

1816 Rademachermeister Christian Kraegelin und dessen Ehefrau Marie Cathar. geb. Ohnesorg

        Kinder:
        1) Christian
        2) Ernst

1811 Stadtmusikus Heinrich Gottfried Barleben -
        Verpflichtung die auf der Neustädter Schenke befindliche Schlaguhr täglich aufziehen,
        Reparaturen trägt Neustdter Gemeinde Kasse Kommune Wernigerode / Vertreter Mairie Adjunch

1743 Schenkwirt Schlossermeister Julius Schreiber Hildebrandt
        Jost Borchardes
        Martin Borchardes der Jngere

1656 Schenkwirt früher Schuhknecht Martin Borchards und Dietrich Vorbrots Witwe

1637 Ratsschenk in der Neustadt Hans Spangenberg

1636 Valtin Beihs

1612 Asche Bayhs - Neustädter Schenke

1592 Nienstedter Schenke seit Verbindung der Neustadt mit der Altstadt

1554 Schenke Jacob Heidenblut

1537 Neustädter Schenke Corde Borchen

1529 neu erbaut von Simon Hilleborg


(1528 brannte das Neustädter Rathaus bis auf die noch heute stehende Brandmauer nieder)


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