Die Krellsche Schmiede


Das Haus Krellsche Schmiede befindet sich ungefähr 250 Meter nordöstlich des Krummelschen Hauses auf der linken Seite der Breiten Straße. Es wurde 1678 von Michel Krell errichtet. Dieser ist wahrscheinlich aus Süddeutschland zugezogen, da dieser Bau der fränkischen Fachwerkbauweise zuzurechnen ist.

Dieses Haus ist von Anfang an als Huf-, Beschlag- und Wagenschmiede, konzipiert worden, welches es auch bis 1975 blieb. In diesem Haus befinden sich Wohnräume und noch ein weiteres Gewerbe.
Im ersten Stock dieses Hauses betrieb ein Sattler sein Geschäft, worauf der Pferdekopf an der Fassade hinweist. Hinter dem Haus befanden sich noch Gebäude für eine kleine Landwirtschaft.

Über der Toreinfahrt ist als Hinweis auf die Zunft ein Gehänge aus Hufeisen angebracht. Die Toreinfahrt ist durch eine vierflügelige Tür zu schließen, darüber ein halbkreisförmiges Oberlicht. Über dem Tor sind die Namen des Erbauers M. Michel Krell und seiner Ehefrau Maria Werenpenis eingeschnitzt. Der Name Krell war in dieser Schmiede bis 1837 vertreten. Die einzige Tochter von Ernst Krell heiratete den Schmied Niehoff aus dem Nachbarort Langeln, der die Schmiede übernahm und dieser Familienname hielt sich dann bis zur Schließung 1975 hier.

Das Haus, welches ungefähr 8 Meter breit ist, beherbergt in seinem ganzen Untergeschoss den Raum der Schmiede. Die oberen Geschosse werden in der Mitte nur von einen einzigen Balken, dem "Krützboom" gestützt. Das Haus ist asymetrisch gestaltet und wahrscheinlich von der Zeit seiner Erbauung bis heute nie verändert worden. Über dem eher schmucklosen Erdgeschoss sind die Brüstungsgefache mit Andeaskreuzen gestaltet, welche mit geschweiften Rautengefachen durchsetzt sind. Diese Verbindung taucht hier erstmalig in Wernigerode auf, wahrscheinlich ein Mitbringsel aus der schwäbischen Heimat des Erbauers.

Quasi ein drittes Obergeschoss wird durch eine Spitzgaube im Dach in voller Geschosshöhe gebildet (Zwerchhaus), die wohl einmal einen Kefferbalken getragen haben wird.

Auf dem Rähmbalken sind drei Sprüche zu lesen, die in der Form üblich waren, um den Bewohnern Schutz und Glück zuteil werden zu lassen: "Herr komme in mein Haus - das Übel vom Übel weich heraus"
"Ich las den lieben Gott walten - er wird mich und die Meinigen wohl erhalten"
"Gott hatts gefüget – das es mich vergnüget"




Ehemalige Bewohner und Nutzungen des Hauses
1901 Schmiedemeister Karl Friedr. Wilhelm Niehoff und dessen Ehefrau Anna geb. Günther

1878 Schmiedemeister Heinrich Niehoff *18.10.1843 †25.2.1893 und
        dessen Ehefrau Marie geb. Bogun *23.2.1846 †29.3.1923

1837 Schmiedegesell Heinrich Mich Niehoff *2.5.1802 aus Langeln †2.12.1860 und
        dessen Ehefrau Christiane geb. Haberland *1808

1823 Schmiedemeister & Gastwirt Gottlieb Heinr. Ernst Krell *12.4.1792 und
        dessen Ehefrau Luise geb. Wegener

1787 Gastwirt Waffen- u. Hufschmiedemstr. Joh. Friedrich Krell *1755 †5.4.1813 und
        dessen Ehefrau Sophie Cath. Eleonore geb. Tülf *1764 †11.2.1828

1750 Gastwirt Huf- und Waffenschmiedemstr. Joh. Christoph Krell
        dessen II. Ehefrau Sophie Cathariene geb. Reimerdes †1787
        dessen I. Ehefrau Charlotte geb. Dingelstedt

        Kinder der II. Ehe:
        1) Elisabeth *6.1.1754
        2) Trinit *1771
        3) Schmiedemstr. Bernhard Philip

1679 Hufschmiedemeister Barthold Krell

1678 Inschrift am Hause, neu erbaut

1645 Grobschmiedmeister Michael Krell aus dem Schwabenland - Bürgerrecht 25.9.1645 und
        dessen Ehefrau Maria geb. Werenpenis *Benzingerode †26.12.1696
        Tochter von Hans Wehrenpfennige von Benzingerode
        30/I 1611 Wernigerode Bürgerrecht


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