Nicolaiplatz 2


Was heute den Eingeweihten noch an die Existenz einer Nicolaikirchengemeinde erinnert ist das Gebäude des ehemaligen Hospitals an der Nordwestseite des Platzes.

Zur Erinnerung: Neben dem großen Zehnten, welche der Landesherr einforderte und dafür Verwaltung und Verteidigung organisierte, erhob die Kirche für die Seelsorge und Krankenpflege den kleinen Zehnt. Davon wurden u.a. Einrichtungen, wie das Hospital finanziert.

Das Hospital kann man für seine Zeit schon als Monumentalbau bezeichnen, der die ganze Breite des Platzes einnimmt. Ein zweistöckiges Gebäude mit einem Walmdach, dessen Fassade von zwei Erkern, der die ganze Höhe des Hauses einnehmen unterbrochen wird. Den Abschluss der Erker bilden flache Giebel deren Bauweise das Gebäude in den Klassizismus einordnen, so dass sich die Bauzeit des Hospitals auf etwa 1750 datieren lässt.

In den Dachgiebeln befinden sich halbkreisförmige Fenster. Das Fachwerk ist funktionell einfach gestaltet und hat nur an den Ecken nach außen weisende Streben. Die Fenster im Erdgeschoss lassen sich durch Klappläden verschließen. Dieses Hospital war für die Alten und Kranken der Stadt Wernigerode. Wegen der Seuchengefahr (auch Lepra war damals noch ein Problem) wurden Reisende und Patienten mit ansteckenden Krankheiten im St.-Georgs-Hospital vor den Toren der Stadt behandelt.

Ab 1952 dient das Haus bis heute als Polizeidienststelle.


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