Marktstraße 2


In der Markstraße bot das Geschäft im Haus Nr.2 von 1926 an Süßwaren an und beendete damit die erstaunliche lange Existenz eines ganz anderen Gewerbes. Als älteste Buchhandlung der Stadt, hier 1744 gegründet, existierte diese bis 1926 unverändert im Besitz der Familie Gottsched.

Die Fülle der Zeitungen in den Schaufenstern gibt die Zeit des Bildes an: Kriegsausbruch 1914. Die Heeresberichte werden gelesen, offensichtlich von Mittelschülern auch, die mit ihren flachen Schülermützen davorstehen. Der Herr links mit Spitzbart ist der Buchhändler Gustav Gottsched, der selber den Krieg Überstand.

Seine Frau, Frieda Bornemann, zog zumindest Über die Veröffentlichung in der "Wernigeröder Zeitung" in die Literatur ein, am 01.Mai 1900 unter der Schlagzeile "Fast nacktes Mädchen entstieg dem Mühlengraben": Vom Besuch beim Junior-Chef Gottsched war sie in den hinter den Haus fließenden Mühlgraben eingestiegen, um diesen wieder am Anfang der Bahnhofstraße nach Passieren des Marktes zu verlassen. Sie tat es rechtzeitig, da der Mühlgraben im August 1900 mit Betonplatten zugedeckt wurde.




Ehemalige Bewohner und Nutzungen des Hauses
1926 die unverehel. Helene Heidenreich

1901 Buchhändler Gustav Gottsched

1869 Buchbinder Christian Friedrich Gottsched

1842 Buchbinder Johann Friedrich Wilhelm Gottsched

1802 Johann Friedrich Gottsched

1798 Fleischer Christ. Ernst Andreas Nehrig und dessen Ehefrau Ernestine Wilhelmine geb. Schilling

1782 Knopfdrechslermeister Christoph Eberhard Günther

1723 Knochenhauer Hermann Trost

1700 Henrich Stoffungs Witwe

1677 Wilhelm Henrich Parhesius

1666 Magnus Struck

1656 Volkmar Töpfer von Gerßbach

1456 Eggerdes Hinrik



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